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Der stille Begleiter - Wissen Sie wen Ihre Blutspende retten kann?

04.02.2015

Fabienne Wittmann

In Deutschland erkranken laut dem deutschen Krebsforschungszentrum jährlich 477.300 Menschen an Krebs. Rund 218.000 Menschen sterben jedes Jahr an einer Krebserkrankung. Damit ist es die häufigste Todesursache in Deutschland. Doch mit der fortgeschrittenen Medizin gibt es heutzutage gute Überlebungschancen und Ihre Blutspende hilft dabei.

Die DRK-Blutspendedienste produzieren aus dem Spenderblut täglich Blutpräparate: Das Erythrozytenkonzentrat (rote Blutkörperchen), das Thrombozytenkonzentrat (Blutplättchen) und das Blutplasma. Für ein Thrombozytenkonzentrat braucht man bis zu vier Blutspenden. „90 Prozent der Thrombozytenkonzentrate werden für die Versorgung von Krebspatienten verwendet“ erklärt Prof. Dr. med. Halvard Bönig, Facharzt für Transfusionsmedizin, DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen gGmbH in Frankfurt. „Denn bei der Behandlung der Krebspatienten werden neben den Krebszellen auch die Blutzellen angegriffen. Die Gabe von Fremdblut überbrückt den Mangel an Blutzellen so lange, bis die eigene Blutbildung wieder einsetzt.“, so Bönig weiter.

Nehmen wir zum Beispiel den Patienten X. Er hat Leukämie und bekommt für die nächsten sechs Monate eine Chemotherapie. Die Chemotherapie greift die Zellteilungsfähigkeit der Krebszellen an. Leider werden darunter auch körpereigene Zellen angegriffen, wie die Blutstammzellen im Knochenmark. Was viele nicht wissen: die meisten unserer Blutzellen leben nur für begrenzte Zeit und müssen kontinuierlich von Blutstammzellen im Knochenmark nachproduziert werden. In der Zeit nach der Chemotherapie ist dieser Nachschub vorübergehend unterbrochen. Der Patient leidet an einer Blutarmut, die nur durch Bluttransfusionen behandelt werden kann. Dem Patienten fehlt es insbesondere an roten Blutkörperchen und an Blutplättchen. Die roten Blutkörperchen sind vor allem für den Sauerstofftransport im Körper wichtig, die Blutplättchen sorgen für die Blutstillung. Sie verschließen beispielsweisen Wunden. Ein Krebspatient bekommt während der Chemotherapie täglich Thrombozytenkonzentrate und wöchentlich ein bis zwei Erythrozytenkonzentrate um den fehlenden Nachschub an Erythrozyten auszugleichen.

Da eine große Zahl an Krebspatienten chronisch über einen längeren Zeitraum mit Blutkonserven behandelt werden müssen können durchaus pro Patient mehrere Dutzend Blutkonserven gebraucht werden. Nach manchen Chemotherapien dauert es fast vier Wochen, bis dass Knochenmark wieder selbstständig den Blutnachschub generieren kann. Regelmäßige Bluttransfusionen sind also oft ein kritischer Bestandteil einer Krebsbehandlung. Außer den bekannten Blutprodukten Erythrozytenkonzentrat und Thrombozytenkonzentrat wird aus Ihrer Blutspende auch das Blutplasma (die gelbliche Blutflüssigkeit) verwendet; es dient bei Patienten mit Gerinnungsstörung zur Blutgerinnungstherapie. Zudem werden einzelne Eiweißkörper aus dem Plasma herausisoliert und im Anschluss als Medikamente verwendet. Ist ein spezieller Mangel an einem dieser Gerinnungsfaktoren aufgetreten, so werden die aus Plasma (durch „Fraktionierung“) gewonnenen Eiweiße vereinzelt als Medikament verabreicht.

Ihre Blutspende ist für die Behandlung von Krebspatienten eine wichtige Voraussetzung. Ohne Sie ist eine Therapie nicht möglich. Jeder Spender begleitet somit die Krebspatienten auf ihrem Weg und ist ein stiller Begleiter.

Weitere Informationen zur Blutspende finden Sie unter der gebührenfreien DRK-Service-Hotline 0800-1194911 und im Internet unter www.blutspende.de

 

 

 

 

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