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Ihre Spende zählt! - Blutspenden sind für die Behandlung von Krebspatienten lebenswichtig.

03.05.2017

Stefanie Fritzsche

Rund 500.000 neue Krebserkrankungen gibt es laut dem Robert-Koch-Institut jährlich in Deutschland. Die häufigsten Krebserkrankungen sind Darm- und Lungenkrebs. Bei der Behandlung werden häufig Blutpräparate aus Spenderblut benötigt.

Erfreulicherweise ist der Trend stagnierend, was auch auf Forschungserfolge und die ständige Verbesserung in der Gesundheitsvorsorge zurückzuführen ist. Doch noch immer liegt die Zahl der Erkrankungen auf einem hohen Niveau. Die Behandlungen sind so unterschiedlich wie die Krankheitsverläufe. Allen gemeinsam ist jedoch, dass es häufig nicht ohne Bluttransfusionen geht. Es gibt keine künstliche Alternative zu einer Transfusion. Kein anderer Stoff kann die vielfältigen Aufgaben des Blutes übernehmen. In der Krebstherapie sind Blutspender für die Patienten wichtige Hoffnungsträger. Doch warum ist dies so? Wir fragten den Facharzt für Transfusionsmedizin und Hämatologie und internistische Onkologie, Dr. med. Sixten Körper.

Herr Dr. Körper, 1/5 der Blutspenden werden in der Krebstherapie benötigt, das waren im Jahr 2016 allein in unserem Versorgungsgebiet mehr als 140.000 Blutbeutel. Wo in der Krebstherapie wurde dieses gespendete Blut eingesetzt?
Das können zum einen bösartige Erkrankungen des Blutes selbst sein, wie zum Beispiel Leukämien. Hier führt die Erkrankung selbst schon zu einer verminderten Blutbildung. Häufig sind auch verschiedene Lymphknotenkrebsarten betroffen. Bei anderen bösartigen Tumoren wie Brust– oder Darmkrebs ist häufig die Chemotherapie die Ursache für eine Bluttransfusion.

 

Warum braucht der Körper begleitend zu einer Chemotherapie Bluttransfusionen?
Die Wirkung vieler Medikamente, die in der Chemotherapie eingesetzt werden, ist häufig unspezifisch. Die sogenannten Zytostatika sollen das schnelle Wachstum der Zellen verhindern. Dabei werden nicht nur Tumorzellen getroffen, sondern es wird auch gesundes Gewebe mit hoher Teilungsrate in Mitleidenschaft gezogen. Zu den sich rasch teilenden Zellen gehören auch Blutzellen. Daher ist die Blutbildung häufig unter einer Chemotherapie in Mitleidenschaft gezogen. Patienten erhalten daher begleitend zur Chemotherapie Bluttransfusionen Bluttransfusionen um genügend Sauerstoffträger zur Verfügung zu stellen und um eine ausreichende Gerinnungsfunktion des Blutes aufrechtzuerhalten.

Künstliche Gelenke aus dem 3-D-Drucker existieren heute schon. Gibt es Alternativen zur Bluttransfusion mit Spenderblut?
Es gibt aktuell keine Alternativen im Sinne von künstlich hergestellten Ersatzstoffen von Blutplättchen oder roten Blutkörperchen. In ausgewählten Fällen kann versucht werden, bestimmte Medikamente zu verabreichen, welche die Blutbildung von Blutplättchen oder den roten Blutkörperchen anregen sollen. Dies hat aber nur bei einem kleinen Teil der Patienten Erfolg.


Braucht ein Krebspatient immer jeden der Blutbestandteile?
Häufig benötigen die Patienten sowohl Blutplättchen als auch Konzentrate mit roten Blutkörperchen oder Plasma oder aus Plasma hergestellte Medikamente. Diese jedoch in unterschiedlichen Mengen. Wir transfundieren immer die Komponenten in der Menge, die der Patient benötigt. Diese Vorgehensweise schont auf der einen Seite den Patienten und ermöglicht es auf der anderen Seite mit den wertvollen Blutspenden möglichst vielen Patienten zu helfen. Denn aus einer Vollblutspende können wir eine therapeutische Einheit rote Blutkörperchen und Plasma gewinnen. Vier blutgruppengleiche Vollblutspenden werden benötigt, um eine therapeutische Einheit Blutplättchen herzustellen.


Jeder Blutspender hilft also mehrfach. Auch wenn jede Therapie unterschiedlich verläuft, wieviel Produkte können notwendig werden?
Die Menge ist sehr unterschiedlich und hängt von der Art der Grunderkrankung und der Therapie ab. In unserer Ambulanz betreuen wir viele Patienten, die zwar nicht geheilt werden können, bei denen aber neue Therapien die Erkrankungen in einen quasi chronischen Zustand überführen. Blutprodukte können in dieser Situation einen entscheidenden Beitrag zur Aufrechterhaltung der Lebensqualität leisten. Einige dieser Patienten haben weit mehr als hundert Präparate bekommen.

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