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Was es mit den Blutgruppen auf sich hat - Blutgruppen und ihre Verteilung in der Bevölkerung

09.09.2014

Stefanie Fritzsche

Jeder Mensch besitzt ein ganz bestimmtes Blutgruppenmuster, das durch die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestimmt wird. Gerade für die Übertragung von Blut eines Spenders auf einen Patienten ist die Bestimmung des Blutmusters unerlässlich, denn bei einer Bluttransfusion müssen die wichtigsten Merkmale von Spender- und Empfängerblut übereinstimmen. Andernfalls kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen bei der Blutübertragung kommen. Daher sollten Sie Ihren Blutspenderausweis immer bei sich tragen. Ihre hier vermerkten Blutgruppenmerkmale können nach einem Unfall einen entscheidenden Zeitvorteil bei der Beschaffung „passender“ Blutprodukte bringen.

Wir kennen unter anderem das AB0-System mit den Blutgruppen A, B, 0 und AB und den Rhesus-Faktor. Beide Systeme wurden von Wiener Arzt Karl Landsteiner entdeckt, das ABO-System 1901, der Rhesus-Faktor erst 1940.

Heute weiß man, dass Patienten mit der Blutgruppe AB das Blut aller anderen Blutgruppen empfangen können, Blut der Blutgruppe 0 kann allen Patienten gegeben werden. Dies liegt daran, dass Menschen mit der Blutgruppe AB keine Antikörper gegen die Blutgruppe A oder B bilden. Die Blutgruppe 0 dagegen besitzt weder das Merkmal A noch das Merkmal B, so dass nach der Übertragung beim Empfänger auch keine Antikörper dagegen gebildet werden. Gleichzeitig ist der Rhesusfaktor zu beachten. Während dieses Merkmal für Rhesus-positive Patienten keine Bedeutung hat, dürfen Rhesusnegative Patienten nur Rhesus-negatives Blut erhalten. Die Blutgruppe „0 / Rhesus-negativ“ ist ein Sonderfall, sie wird von fast jedem Patienten vertragen und bei Notfällen daher überproportional benötigt. Alle Blutgruppen werden dringend benötigt, die mit negativen Rhesus- Faktor und vor allem „O / Rhesus negativ“ besonders dringend.

 

 

Der Bedarf der unterschiedlichen Blutgruppen

Grundsätzlich zählt jede Spende. Der konkrete Bedarf an Blutpräparaten mit bestimmten Blutgruppenmerkmalen hängt aber eben von der Verträglichkeit der Blutgruppen untereinander ab, aber natürlich auch von der Häufigkeit der Blutgruppe in der Bevölkerung.

Für die Blutgruppen A und 0 gibt es den größten Bedarf, weil die meisten Menschen in Deutschland eine dieser Blutgruppen haben. A Rhesus positiv haben beispielsweise 37 Prozent der Menschen und 0 Rhesus positiv fallen auf 35 Prozent der Deutschen. Doch auch die Blutgruppen B und AB sind wichtig. Denn immerhin insgesamt 16 % der Bevölkerung wollen mit einer dieser Blutgruppen versorgt werden.

 

 

Das Besondere: Blutgruppe 0 Rhesus negativ

Besonders wichtig sind Blutspenden, denen das Rhesusmerkmal fehlt. Patienten mit rhesusnegativen Merkmalen können nämlich auch nur Blutpräparate mit Rhesus negativen Merkmalen erhalten. Dies bedeutet, dass beispielsweise ein Patient mit der Blutgruppe A Rhesus negativ nur ein Blutpräparat mit dem Rhesusfaktor negativ erhalten kann. Darüber hinaus kann die Blutgruppe 0 allen Empfängern mit anderen Blutgruppen gegeben werden.

Blutpräparate von Rhesus-Negativen Spendern sind daher auch besonders gefragt, wenn in Notfallsituationen keine Zeit bleibt, um den Patienten vollständig zu untersuchen und schnell das Blut zur Verfügung gestellt werden muss. Dann zählt jede 0 Rhesus negativ-Spende. Die Blutgruppe 0 mit dem Rhesus-Faktor negativ hat also die größte Bedeutung in der Blutversorgung und kommt nur bei sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland vor.

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KOMMENTARE ZUM BEITRAG

DRK-Blutspendedienst 04.10.2017, 18:07 Uhr

Hallo Roswitha, Du hast Blutgruppe 0 positiv. Da kann es eigentlich keine Unterschiede geben zwischen Empfänger und Spender. Daher sollte das auch keine Auswirkungen auf etwaige Eigenblutspende haben. Das Ccddee ist der Kellfaktor. Gern kannst Du bei weiteren Rückfragen Dich an unsere Hotline wenden. Die Kollegen können dann im Gespräch noch einmal alle offenen Fragen klären: 0800 1194911 (kostenfrei aus dem dt Festnetz.)

DRK-Blutspendedienst 04.10.2017, 18:05 Uhr

Hallo Raju,
0 Rhesus Negativ ist wie im Beitrag beschrieben die Universallblutgruppe, die für alle verträglich ist. Zu beachten ist eigentlich nur, dass Du wiederum nur Blut der Blutgruppe 0 Rhesus Negativ erhalten kannst.
Zu Deiner Nachfrage bezüglich des Spendeausschlusses: Ich nehme an, Du bist in Indien geboren. Da Indien Malariagebiet ist, gilt nach temporärem Aufenthalt wie etwa Urlaub eine Sperrfrist von mindestens 6 Monaten. Anders verhält es sich, wenn Du dort geboren wurdest. Dann ist eine Spendezulassung nicht möglich. Malaria kann auch nach Jahrzehnten noch übertragen werden - auch, wenn der Spender nichts von einer Infektion weiß. Gern kannst Du bei weiteren Rückfragen Dich an unsere Hotline wenden. Die Kollegen können dann im Gespräch noch einmal alle offenen Fragen klären: 0800 1194911 (kostenfrei aus dem dt Festnetz.

DRK-Blutspendedienst 04.10.2017, 18:00 Uhr

Hallo Sepp, auch der Kellfaktor wird von uns bestimmt. Generel wird nach den bekannten Blutgruppen des ABO-Systems und des Rhesus-Systems transfundiert. Da jedoch auch im Beriech der Transfusionen immer mehr nach der personalisierten Transfusion zugeschnitten wird, wird teilweise auch der Kellfaktor berücksichtigt.

Roswitha Himmelmann 04.10.2017, 13:41 Uhr

Hallo, habe die Blutformel 0 Ccddee, als Spender Rh positiv,als Empfänger Rh negativ .Käme dann auch keine Eigenblutspende für eine Operation in Frage?

Raju Franziska Hoheisel 04.10.2017, 11:16 Uhr

Hallo,
Ich habe am 0 Rh neg. Is das der Sonderfall?? Wie wichtig is mein Blut für andere was muss ich selbst beachten??
Ich wollte mal zur Blutspende gehen, aber durfte laut Arzt nichts spenden, da ich aus Indien komme, warum?? Wenn ich das richtig verstanden habe is diese Blutgruppe doch sehr gefragt, oder nicht??
Verstehe ich nicht.....
Ich habe dann nur einen Unfallhilfe Pass bekommen.
Da steht dann nur meine Blutgruppe drinnen und darf eben nicht weiter spenden gehen......

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