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Was passiert eigentlich mit Ihrem Blut nach der Spende

15.10.2015

Stefanie Fritzsche

Sie spenden regelmäßig Ihr Blut für andere, doch was passiert eigentlich mit dem 500 ml Beutel nach der Spende?

Die Blutbeutel werden im gekühlten Transporter in eines der DRK-Blutspendeinstitute gefahren. Sofort nach Eintreffen in den Instituten beginnt die Weiterverarbeitung. Jede Blutspende wird mit modernster Labordiagnostik auf folgende durch Blut übertragbare Krankheiten getestet:


• virusbedingte Leberentzündungen (Hepatitis-B,-C)
• HIV-Infektion
• Antikörper gegen den Erreger der Syphilis
• Hepatitis A und Parvovirus B 19
• Antikörper, die gegen körperfremde Blutzellen gerichtet sind und bei Bluttransfusionen gefährliche Zwischenfälle verursachen können (Blutgruppenbestimmung)


Zur gleichen Zeit werden die Blutbeutel in den Kisten in die sogenannte Produktionsabteilung gebracht, in der das Blut durch Zentrifugieren mit 3.500 Umdrehungen pro Minute in die einzelnen Bestandteile aufgeteilt wird. Nach zirka 20 Minuten werden die unterschiedlichen Schichten sichtbar: Das Blutplasma schwimmt ganz oben, die roten Blutkörperchen unten und dazwischen sind Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) zu sehen. Im Anschluss an die Zentrifugation erfolgt die Separation der einzelnen Blutbestandteile in die unterschiedlichen Beutel an speziellen Maschinen, den sogenannte Compomaten. Dabei ist das bei der Blutspende verwendete Beutelsystem so konstruiert, dass die einzelnen Blutkomponenten in separate, bereits fest verbundene
Beutel überführt werden können, ohne dass das System geöffnet werden muss. Dadurch können Reaktionen mit der Luft und Verunreinigungen vermieden werden. Der Beutel mit dem Plasma wird anschließend tiefgefroren und geht zunächst für mehrere Monate in Quarantäne, bevor es an die Krankenhäuser abgegeben wird.


Aus den roten Blutkörperchen werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) herausgefiltert. Leukozyten sind Blutzellen, die für die Infektabwehr verantwortlich sind. Sie können daher jedoch Keime und Bakterien enthalten, die für den Empfänger des Blutpräparates schädlich sind. Danach ist das Erythrozytenkonzentrat (rote Blutkörperchen) fertig. Aus dem noch verbleibenden Bestandteil, dem Buffycoat, werden auf Grund der geringen im Blut vorhandenen Menge vier der durch die Zentrifugation separierten Buffycoats unter Hinzufügen einer speziellen Nährlösung zu einem Blutbeutel zusammengeführt. Der Buffycoat besteht aus den Blutplättchen (Thrombozyten) und den Leukozyten. Letzte müssen analog der Weiterverarbeitung der roten Blutkörperchen auch aus den Thrombozyten gefiltert werden. Zu diesem Zweck werden sie noch einmal zentrifugiert und die beiden Blutbestandteile anschließend in einer Maschine separiert. Danach ist auch dieses Blutprodukt fertig.


Die umfangreiche Aufbereitung der Blutspende ermöglicht, dass jeder Patient individuell die Komponente bekommt, die er benötigt. So kann mit einer Blutspende bis zu drei Patienten geholfen werden. Darüber hinaus gewährleistet die Auftrennung eine bessere Lagerfähigkeit. Denn die einzelnen Komponenten sind unterschiedlich haltbar. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind bei 4° C bis zu 35 Tage, das Blutplasma bei -40°C bis zu zwei Jahren und die Thrombozyten bei 20 bis 24° C nur vier Tage haltbar.


Innerhalb 24 Stunden stehen die so aufbereiteten und getesteten Blutprodukte an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr für den Transport in die Krankenhäuser bereit.

BILDER ZUM BEITRAG

KOMMENTARE ZUM BEITRAG

Rainer Wackerbarth 12.07.2016, 21:43 Uhr

Die Angst vor der Nadel sowie auch Egoismus über den kurzfristigen Verlust des eigenen Blutes hält meines Erachtens viele Personen vor einer Blutspende zurück. Eine bessere mediale Aufklärung aus der Politik
wäre angebracht.

Dorid Krück 24.04.2016, 14:25 Uhr

Vielen Dank über die aufklärung,was mit meinem Blut geschieht.Ich habe schon 102mal gespendet und es hat mir (meinem Körper) immer sehr gutgetan.Ich werde auch noch weiterhin spenden,solange es vom Alter her erlaubt ist

Niedermüller Christa 13.04.2016, 11:41 Uhr

Vielen Dank für die ausführliche Info über die Verwendung meines Blutes.Mit der Blutgruppe 0 negativ bin ich ja ein sogenannter "Universal-Spender", leider kein solcher "Empfänger".
Bin trotzdem froh, dass ich somit zur Hilfe Kranker beitragen kann!

Hans-Jochen Schubert 16.12.2015, 13:12 Uhr

Großartig, wenn ich helfen kann. Stolz nehme ich war, wie viele Menschen ihr Blut spenden. Doch die Werbung in TV, Radio und Presse ist sehr schmal gehalten und die Puplikation zum Mitmachen sollte breiter sein. Ich mache weiter und es tut mir gut, zu helfen.

DRK-Blutspendedienst 11.12.2015, 10:32 Uhr

Hallo Jutta, vielen Dank für Dein Engagement und auch für Deine Ideen. Tatsächlich machen wir an Schulen und Uni Blutspendetermine - und diese werden auch in der Regel gut angenommen. Spannend ist es jedoch, die jungen Menschen auf die regelmäßigen Blutspendetermine zu lenken.

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