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Wofür wird Blut benötigt?

30.06.2014

Stefanie Fritzsche

Julia ist auf dem Weg nach Hause. Auf der Landstraße kommt ihr plötzlich ein Auto bei einem Überholmanöver entgegen. Sie kann nicht mehr ausweichen. Verkehrsunfälle können innerhalb weniger Sekunden Leben verändern. Aber auch eine schwere Krankheit oder eine böse Verletzung verändert ein Leben in Sekunden. Und es kann jeden treffen. Jeder kann ganz plötzlich in die Situation kommen, dringend Blutpräparate zu benötigen. Erst in dieser Situation wird den meisten Menschen bewusst, wie wichtig eine Blutspende ist.

Das Blut mit seinen vielfältigen Aufgaben übernimmt viele notwendige Funktionen, wie zum Beispiel den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen, die Abwehr von Krankheitserregern, die Blutstillung und den Wärmetransport innerhalb des Körpers. Das lebenswichtige Blut kann nur der Körper selbst bilden.
 
Je nach Größe und Gewicht fließen in einem gesunden erwachsenen Menschen in etwa 4,5 bis 6 Liter Blut durch den Körper, was 6 bis 8 Prozent seines Körpergewichtes entspricht. Jeder Mensch kann einen gewissen Blutverlust ausgleichen und verkraften: Ein gesunder Erwachsener kann bis zu 1,5 Liter Blut verlieren, ohne dass schwere Schäden auftreten. Beträgt der Blutverlust jedoch mehr als 1,5 Liter, kann der Körper die Organe nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgen. Der Körper kann nicht mehr selbst ausreichend Blut bilden, so dass nur noch Bluttransfusionen das Leben retten können.
 
Ohne Blutspender kommt also auch die beste medizinische Versorgung nicht aus, denn viele Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden.
 
Ein großer Teil der Bundesbürger ist mindestens einmal im Leben auf das Blut anderer angewiesen. Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Blutkrebs (Leukämie), Lymphknotenkrebs oder andere Krebserkrankungen brauchen dringend Blut. Moderne Behandlungsmethoden, wie die Chemotherapie, bieten den Patienten eine reelle Chance auf Heilung. Allerdings führt die Chemotherapie oft zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung. Die Patienten sind in diesen Behandlungsphasen lebenswichtig auf Blutübertragungen angewiesen.
 
Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Durch den Ausbau des Rettungswesens steigen die Chancen, bei einem schweren Unfall zu überleben. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen – und die müssen zuvor von jemandem gespendet worden sein!


Blutspender sind daher ein wichtiges Glied in der Rettungskette. Zur Blutspende gibt es keine Alternative.
 

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