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Für jeden Patienten die passende Spende - Bei Bluttransfusionen spielt die Blutgruppe eine wichtige Rolle wie zum Beispiel das Kell-System

13.07.2018

Stefanie Fritzsche

Bekommt ein Patient eine Bluttransfusion, müssen die wichtigsten Merkmale von Spender- und Empfängerblut übereinstimmen. Andernfalls kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. Aus diesem Grund wird jede Blutspende auf die Blutgruppe untersucht. Neben den beiden bekannten ABO-Blutgruppensystem und dem Rhesussystem existieren weitere 34 Blutgruppensysteme. Das drittwichtigste Blutgruppensystem ist das Kellsystem. Da eine adäquate Blutversorgung nicht möglich wäre, wenn jede Blutspende auf alle 36 Blutgruppensysteme getestet würde konzentriert sich die Testung in Deutschland auf diese drei: das AB0-, das Rhesus- und das Kell-System. Die Antigene dieser drei Blutgruppen führten nämlich häufiger zu einer besonders starken Reaktion, wenn das Blut des Empfängers sie nicht selbst enthält.

 

Was ist das Kell-System?

Das Kell-System wurde von Sir Robin Coombs im Jahr 1941 entdeckt. Er bemerkte bei seiner Patientin eine Inkompatibilität zwischen der Blutgruppe seiner Patientin selbst (Kell-negativ mit Antikörpern) und ihrem gerade geborenen Kind (Kell-positiv). Er benannte den im Blut der Frau gefundenen Antikörper nach deren Namen: Kell. Das Kellsystem ist in Kell-negativ (kk) und Kell positiv  aufgeteilt.  Mehr als 90 Prozent der Menschen ist Kell-negativ, die in diesem Falle auch Kell-negatives Blut erhalten um keine Transfusionsreaktion auszulösen. Kell-positive (Kk) Patienten können Kell-positive (Kk) oder Kell-negative (kk) Blutpräparate bekommen.

 

Das Kell-System hat eine besondere Bedeutung in der Schwangerschaft

Die Wirkung einer Kell-Inkompatibilität zwischen Mutter (Kell-negativ mit Antikörpern) und Kind (Kell-positiv) kann in schweren Fällen zu Krankheiten des Kindes wie beispielsweise  zu einer Blutarmut (Anämie) beim ungeborenen Kind führen. Die Komptabilität der wichtigsten Blutgruppenmerkmale bei einer Bluttransfusion ist entsprechend für junge Frauen wichtig.

 

Was sind eigentlich Antigene und Antikörper?

Beim menschlichen Blut sind es vor allem unterschiedliche Eiweiße auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen, die als Antigene bezeichnet werden. Gegen diese bildet das Immunsystem sogenannten Antikörper. Jeder Antikörper passt dabei in der Regel nur auf ein bestimmtes Antigen. Beachtet man Antikörper gegen Blutgruppenmerkmale nicht, kommt es bei Kontakt mit merkmalpositivem  Blut zu Verklumpungen. Bluttransfusionen waren vor der Entdeckung der Blutgruppen daher nur zufällig erfolgreich und endeten oft tödlich.

 

 

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KOMMENTARE ZUM BEITRAG

Renate Rösemann 02.10.2018, 14:42 Uhr

Ja, sehr interessant, von dem Kell-System zu erfahren, davor hatte ich noch nie etwas davon gehört. Wäre gut, immer einmal wieder Informationen zu erhalten, die nicht so alltäglich sind. DANKE!

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