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Meine erste Blutspende: Medizin-Student Julius traut sich!

19.09.2017

Paulina Wcislo

Der 25-jährige Medizinstudent Julius traut sich zum ersten Mal! Wir haben ihn bei seiner ersten Blutspende Ende August in der Theißtalschule im hessischen Niedernhausen bei allen Stationen begleitet.

Im Vorfeld erzählt uns Julius, dass er im Rahmen seines Studiums ein Praktikum in der Notaufnahme gemacht hat. Dort sei ihm das erste Mal so richtig bewusst geworden, wie schnell man tatsächlich in eine Situation kommt, in der man auf Blutkonserven angewiesen ist. Daraufhin habe er sich über Blutspendetermine in seiner Nähe informiert und sich für den Termin in Niedernhausen entschieden.

In seinem Familien- und Freundeskreis ist das Thema „Blutspenden“ eher weniger präsent: „Ich weiß, dass meine Mutter häufiger zur Blutspende geht, wenn es für sie zeitlich passt. Ansonsten habe ich, ehrlich gesagt, bis jetzt nicht intensiv mit Leuten über das Thema Blutspenden geredet. Vielleicht kann ich ja nun mit meiner Erstspende den Stein ins Rollen bringen und damit auch meine Freunde auf das Thema aufmerksam machen.“

 

In diesem Sinne: Los geht’s!

 

Station 1: Die Anmeldung

Für jeden Blutspender heißt es vor Ort erst einmal: Anmelden. Gleich an der ersten Station wird Julius mit einem Getränk und etwas Süßem begrüßt und die Daten anhand seines Personalausweises aufgenommen.

 

Station 2: Der Fragebogen und vertrauliche Selbstausschluss

Weiter geht es mit dem Ausfüllen des Fragebogens. Die Location dafür ähnelt einem Wahllokal mit Sichtschutzwänden zwischen den einzelnen Sitzplätzen, denn beim Beantworten der Fragen zur persönlichen Gesundheit und generellen Abfrage der Einhaltung der Spendervoraussetzungen steht das Schützen der Privatsphäre des Spenders an erster Stelle.

Danach entscheidet Julius mithilfe eines grünen oder roten Aufklebers, ob seine Spende für die Übertragung freigegeben werden kann. Dieser vertrauliche Selbstausschluss ist ebenfalls anonym, denn es können – zum Beispiel durch die Anwesenheit von Familie oder Freunden – Situationen für den Spender entstehen, in denen er ein ihm bekanntes Infektionsrisiko nicht offen zugeben möchte. So hat jeder Spender die Möglichkeit, vertraulich darauf hinzuweisen, dass sein Blut nicht zur Spende geeignet ist, kann jedoch trotzdem am gesamten Spendeablauf teilnehmen.

 

Station 3: Die ärztliche Untersuchung

Nach dem Ausfüllen heißt es für Julius erneut ab hinter einen Sichtschutz, jetzt jedoch für das Gespräch mit einem Arzt. Bei jedem Termin ist mindestens ein Arzt vor Ort, der mit den potentiellen Spendern den zuvor ausgefüllten Fragebogen durchgeht und mögliche Ausschlusskriterien erkennt. Außerdem werden vor dem Gespräch die Temperatur, der Blutdruck und der Puls gemessen, denn bereits bei Auffälligkeiten dieser Werte kann der Anwesende vom Blutspenden ausgeschlossen werden.

Bei Julius dauert das Gespräch etwas länger. Nicht etwa, weil etwas nicht in Ordnung ist, sondern weil er als Erstspender noch einige Fragen hat, die ihm ausführlich beantwortet werden. Besonders mögliche Ausschlusskriterien haben ihn im Vorfeld der Spende beschäftigt, da er selbst im Krankenhaus arbeitet und nicht wusste, ob dieses seine Spende-Fähigkeit einschränken könnte  – was es aber zum Glück nicht tut.

Er erfüllt alle Spenderkriterien, ist gesund und hat damit die dritte Station erfolgreich abgeschlossen.

 

Station 4: Die Messung des Hb-Wertes

Nun heißt es zum ersten Mal: Tapfer sein! Denn an der nächsten Station erwartet den Spender ein kleiner Piks in die Fingerkuppe zur Messung des Hb-Wertes (Hämoglobinwert, der rote Blutfarbstoff).

Ob Julius vor dem Piks Angst hatte? Er winkt ab: „Ängste hatte ich persönlich vor dem Blutspenden keine. Und wer generell doch etwas Angst vorm Piks hat, dem kann ich im Nachbetracht sagen, dass beim Punktionsteam alle sehr professionell und sicher waren.“

Bei ihm wird außerdem mittels eines Schnelltests vorläufig die Blutgruppe bestimmt. Die endgültige Blutgruppenbestimmung erfolgt erst nach dem Termin im Labor und wird dann auch im Blutspendeausweis eingetragen. Dieser Ausweis wird Erstspendern nachträglich per Post zugeschickt.

Bei Männern liegt der Normwert des Hb-Wertes zwischen 13,5g/dl und 18,5g/dl (bei Frauen zwischen 12,5g/dl und 16,5g/dl). Julius Wert beträgt 16,3, also ist er absolut im Normalbereich. Damit geht es für ihn inklusive des Behälters mit den noch leeren Untersuchungsröhrchen, die für nachfolgende Laboruntersuchungen bei der Blutspende befüllt werden, weiter zur nächsten Station, der eigentlichen Blutspende.

 

Station 5: Die Blutspende

Ab auf die Spenderliege: Die medizinische Mitarbeiterin bereitet Julius auf die Spende vor, die bei durchschnittlich 500 Milliliter entnommenem Blut rund zehn Minuten dauert.

Anschließend soll der Erstspender noch für fünf Minuten liegen und anschließend weitere fünf Minuten sitzen bleiben, damit sich der Kreislauf stabilisieren kann. Dabei bekommt er erneut etwas zu trinken angeboten, denn es ist wichtig, den Flüssigkeitsverlust nach der Blutspende direkt auszugleichen.

Nach der Spende fühlt sich Julius gut: „Ich hatte erwartet, dass es mich körperlich etwas mehr mitnimmt, aber ich fühle mich kaum schlapp oder müde.“

Mit einer Cola in der Hand und nach einem netten Austausch mit anderen Spendern verlässt Julius den Blutspende-Bereich und freut sich nun auf den Imbiss.

 

Station 6: Imbiss und Entspannen

Es heißt, das Beste kommt zum Schluss… Stimmt! Denn nun darf sich Julius beim leckeren Imbiss bedienen und entspannen. Zur Auswahl gibt es bunt belegte Brote, Gemüse-Sticks und Naschsachen sowie viele verschiedene Getränke. Das reichhaltige Angebot deckt sich genau mit den positiven Erfahrungen, die auch seine Mutter bei der Blutspende gemacht hat. „Die Verpflegung steht natürlich nicht im Fokus der Blutspende“, sagt Julius, nachdem er sich am Imbiss bedient und mit seinem Teller rausgesetzt hat, „doch das ehrenamtliche Engagement und die Mühe, die sich das DRK vor Ort auch in Bezug auf den Imbiss macht, haben mich wirklich beeindruckt.“

Der Erstspender soll nach der Blutspende 30 Minuten vor Ort bleiben, damit direkt ärztliche Hilfe zur Stelle ist, falls nach der Blutspende zum Beispiel doch noch ein Unwohlsein auftritt. Julius geht es jedoch sehr gut und er verabschiedet sich vom DRK-Team.

 

Und wie war’s nun insgesamt?

Für Julius war die Stimmung entspannt und locker: „Es gab keine Hektik und man wurde nicht einfach nur durchgeschleust und nach der Spende nach Hause geschickt, sondern man hat sich unterhalten, sich ausgetauscht. Das hatte ich so nicht erwartet. Ich bin wirklich froh, dass ich einen kleinen Teil meiner Zeit geopfert habe und damit potentiell jemandem das Leben retten konnte. Das ist echt ein gutes Gefühl, das ich auf jeden Fall mit einer nächsten Blutspende wieder erleben will!“

 

Wir freuen uns, Julius bei seiner ersten Spende begleitet zu haben und danken ihm für seine Offenheit und die vielen Antworten an dem Tag! Ausführliche Infos für Erstspender haben wir hier zusammengestellt.

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