Logo DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen

Schwangerschaft, Periode und Blutspenden – wie lange muss man warten?

12.02.2019

Greta Zicari

Als Frau dürfen Sie im Jahr weniger Blut spenden als Männer – dies kann z.B. durch eine Schwangerschaft noch weiter eingegrenzt werden. Wie lange Sie nach der Geburt warten müssen, und ob die Periode und die Pille das Blutspenden beinträchtigen - dies sind immer wieder Fragen, die wir von Spenderinnen gestellt bekommen.

 

Warum dürfen Frauen eigentlich weniger spenden als Männer? Bei einer Blutspende verliert der Körper durch das gespendete Blut recht viel Eisen. Obwohl Sie als gesunder Mensch über eine natürliche Eisenreserve verfügen, dauert es einige Wochen, bis der Eisenvorrat wieder vollständig aufgestockt ist. Deshalb müssen Sie zwischen zwei Blutspenden auch 56 Tage warten. Da die Eisenproduktion bei Frauen durch die monatliche Menstruation länger benötigt, dürfen Frauen im Gegensatz zu Männern nur vier Mal innerhalb von 12 Monaten spenden. Bei Männern ist es sechs Mal. Inwieweit Schwangerschaften und die Regelblutung dies noch weiter einschränken, stellen wir Ihnen im Folgenden dar:

Szenario 1: Sie sind schwanger - Herzlichen Glückwunsch! Wir gratulieren Ihnen recht herzlich. Um Ihre Sicherheit und die des Kindes zu gewährleisten gibt es auch während der Schwangerschaft Eingrenzungen und Pausen, die Sie als Blutspenderin einhalten müssen.

Dürfen Sie während der Schwangerschaft Blut spenden?

Nein, während Ihrer Schwangerschaft dürfen Sie kein Blut spenden. In dieser Zeit sind Sie nicht nur von der Vollblutspende, sondern auch von der reinen Thrombozyten- und Plasmaspende ausgeschlossen. Diese Sperre ist dafür da, um Sie und das Ungeborene zu schützen: Ihr Körper braucht während der Schwangerschaft vermehrt Blut und Eisen, um das Kind zu versorgen. Deshalb fällt es dem Körper während dieser Zeit schwerer, einen Blutverlust zu kompensieren, was z.B. zu Ohnmacht während der Blutspende führen könnte.

Wie lange dürfen Sie nach der Geburt kein Blut spenden?

Nach der Geburt ist der Körper noch immer angeschlagen und braucht Ruhe. Auch das Stillen des Kindes ist für den mütterlichen Stoffwechsel herausfordernd. Um sicherzustellen, dass der Körper das entnommene Blut problemlos wiederherstellen kann, müssen zwischen einer Geburt ohne Komplikationen und der ersten Blutspende mindestens sechs Monate liegen. Bitte beachten Sie, dass die Bundesärztekammer und das Paul-Ehrlich-Institut diese Wartefristen vorschreiben, um Sie und ihr Kind zu schützen. Ihr Körper braucht Zeit, um alle schwangerschafts-bedingten Veränderungen zurückbilden zu können.

Stillen und Blutspenden?

Auch während des Stillens dürfen Sie kein Blut spenden, da Sie als Mutter nicht zusätzlich belastet werden sollen. Beachten Sie bitte, dass diese Sperre auch gilt, wenn Sie nur noch wenig Stillen. Zwischen dem Abstillen und der Blutspende gibt es anschließend keine weitere Wartezeit.

Blutspenden nach einer Fehlgeburt

Für eine Fehlgeburt gilt der gleiche Zeitrahmen wie bei einer normalen Geburt: Sie müssen für sechs Monate mit dem Blutspenden aufhören. Auch hier braucht Ihr Körper Zeit, um die schwangerschaftsbedingten Veränderungen rückgängig zu machen und sich von eventuellem Blutverlust zu erholen.

Müssen Sie vergangene Schwangerschaften erwähnen?

Ja, wenn Sie Ihren Fragebogen auf dem Blutspendetermin ausfüllen, werden Sie gebeten, Ihre Schwangerschaften mit genauem Zeitpunkt zu erwähnen. Diese Angaben benötigen wir für eventuelle weiterführende Laboruntersuchungen. Das Blut einer Frau, die schwanger gewesen ist, muss in einigen Fällen auf zusätzliche Antikörper untersucht werden, die durch eine Schwangerschaft entstanden sein können. Diese Antikörper sind für die Frau ungefährlich, können aber dem Transfusionsempfänger schaden.

Hat eine Blutspende Auswirkungen, wenn Sie versuchen, schwanger zu werden?

Eine Blutspende sollte sich nicht auf Ihre geplante Schwangerschaft auswirken, wenn Sie aber unsicher sind, ob Sie bereits schwanger sind und somit Bedenken haben und generell anfälliger für Kreislaufprobleme sind, sollten Sie eventuell lieber beim Blutspenden aussetzen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen.

Sie sind in den ersten Wochen Ihrer Schwangerschaft Blutspenden gegangen, bevor Sie Kenntnis davon hatten. Was passiert nun?

Wenn Sie erst nach der Blutspende von Ihrer Schwangerschaft erfahren haben und es Ihnen soweit gut geht und keine Kreislaufprobleme eingetroffen sind, besteht erstmal kein Grund zur Panik. Es kann jedoch zu Kreislaufproblemen und Eisenmangel kommen. Am besten informieren Sie Ihren Frauenarzt, um eventuelle Komplikationen zu vermeiden.

Szenario 2: Sie sind nicht schwanger und haben dafür aber Ihre Periode bekommen. Wie sehen die Regelungen hier aus?
 
Dürfen Sie während Ihrer Periode Blutspenden?

Blutspenden können Sie dann, wenn es Ihnen gut geht. Wenn Sie also unter starken Regelschmerzen, Krämpfen oder Migräne während Ihrer Regelblutung leiden, raten wir Ihnen von der Blutspende ab, um Kreislaufprobleme zu vermeiden. Generell stellt die Periode aber kein Hindernis zur Blutspende dar. Gelegentlich kann es während der Periode zu Eisenmangel kommen. Der Eisenwert wird vor der Blutspende mit Hilfe des Hämoglobin-Wertes gemessen. Wenn es Ihnen also gut geht und Sie keinen Eisenmangel haben, dann können Sie auch während Ihrer Regelblutung Blutspenden gehen.  

Dürfen Sie spenden, wenn Sie die Pille nehmen?

Wenn Sie die Pille nehmen dürfen Sie problemlos sowohl Vollblut, als auch Thrombozyten und Plasma spenden. Auch nach dem Absetzen der Pille müssen Sie keine Frist beachten.


Wenn darüber hinaus noch Fragen offen sind, rufen Sie gerne unsere kostenlose Blutspende-Hotline an:  0800/11 949 11.

BILDER ZUM BEITRAG

KOMMENTARE ZUM BEITRAG

Momentan sind noch keine Kommentare vorhanden.

Schreiben Sie einen Kommentar