Logo DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen

Trotz Diabetes Blut spenden – geht das?

02.01.2019

Greta Zicari

Blutspenden werden dauernd benötigt, um Patienten bei Unfällen, Krebserkrankungen oder großen Operationen schnell zu helfen. Viele Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Allergien wissen jedoch gar nicht: Dürfen sie überhaupt Blut spenden?

Wie sieht es bei Diabetes-Patienten aus?

Bei der chronischen Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus treten zwei Hauptformen der Erkrankung auf: Typ-1- und Typ-2-Diabetes mellitus. Meist wird der Typ-1-Diabetes durch eine Überreaktion des Immunsystems verursacht, die dazu führt, dass die Zellen der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulin-Produktion verantwortlich sind, zerstört werden. Durch die darauffolgende Erhöhung des Blutzuckerspiegels müssen die Betroffene sich Insulin spritzen.

Als Typ-1-Diabetiker können Sie leider kein Blut spenden. Bei einer Typ-1-Diabetes mellitus-Erkrankung ist das Risiko für den Spender zu hoch. Dies hat mehrere Gründe: Einerseits kann es durch möglichen Stress beim Blutabnehmen zu Blutzuckerentgleisungen kommen, andererseits können Diabetiker aufgrund der regelmäßigen Injektionen ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen. Hinzukommt, dass bei der Diabetes-Erkrankung auch Autoimmunprozesse eine unvorhersehbare Wirkung erzeugen können. In Kombination mit Medikamenten ist auch unklar, wie sich eine potentielle Blutspende auf den erkrankten Empfänger auswirken könnte.

Als Typ-2-Diabetiker sind Sie vom Blutspenden ausgeschlossen, wenn Sie sich Insulin spritzen. Es gibt aber auch Typ-2-Diabetiker, deren Blutzucker gut eingestellt ist und die zur Behandlung keine Medikamente brauchen, sondern die Erkrankung in Absprache mit ihrem Arzt mit einer besonderen Diät und viel Sport behandeln. Diese Typ-2-Diabetiker können Blut spenden. Die Entscheidung liegt schlussendlich jedoch beim voruntersuchenden Arzt bei der Blutspende.

Gibt es bei der Spende etwas für Diabetiker zu beachten?

Wenn Sie spenden dürfen, gilt für Sie das, was für alle Spender gilt: Sie sollten sich ausweisen können, ausreichend gegessen und getrunken haben, etwa eine Stunde Zeit mitbringen und angeben, welche Medikamente sie nehmen.

Wenn Sie trotzdem helfen möchten

Wenn Sie Insulin spritzen müssen und somit von der Spende ausgeschlossen sind, aber trotzdem helfen möchten, gibt es auch die Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Ehrenamtlichen werben in ihrer Region für den Blutspendetermin, kümmern sich um die Versorgung der Spendewilligen und sind Ansprechpartner vor Ort. Kontaktieren Sie uns!

Sie wissen nicht, ob Sie spenden dürfen?

Wenn Sie Medikamente nehmen oder unter einer Erkrankung leiden und unsicher sind, ob Sie Blutspenden dürfen, rufen Sie gerne unsere kostenlose Blutspende-Hotline an:  0800/11 949 11

BILDER ZUM BEITRAG

KOMMENTARE ZUM BEITRAG

Momentan sind noch keine Kommentare vorhanden.

Schreiben Sie einen Kommentar